Dr. Schrader & Kollegen

Internistische & Hausarzt Praxis

Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen verschiedene Infektionskrankheiten und wird deshalb auch Schutzimpfung genannt. 


Man unterscheidet aktive Impfung und passive Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken.

Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält. Es stehen Impfstoffe gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten bereit.

Quelle: Wikipedia

 Empfohlene Impfungen

Der Impfkalender der ständigen Impfkommission (STIKO), der einen Überblick über die in Deutschland empfohlenen Impfungen gibt, sieht wiederholte Impfungen ab dem Säuglingsalter vor: beginnend mit dem 3. Lebensmonat (9. Lebenswoche) bis zum 18. Lebensjahr sollen Kinder gegen verschiedene Krankheitserreger geimpft werden. Für die betreuenden Ärzte besteht die Pflicht, über Vor- und mögliche Nachteile der Impfung aufzuklären.

Eine Impfung stellt – wie auch jede andere medizinische Behandlungsmaßnahme – juristisch gesehen eine Körperverletzung dar. Die Körperverletzung ist nur dann nicht rechtswidrig, wenn die Einwilligung des Behandelten oder der Eltern vorliegt oder ein Vormundschaftsgericht die Einwilligung der Eltern ersetzt. Die Aufklärung des Behandelten oder der Eltern ist die Grundlage dieser Einwilligung. Die Verantwortung der Eltern bezieht sich dabei in erster Linie darauf, ihr Kind vor schweren Krankheiten zu schützen, in zweiter jedoch auch auf die Gesellschaft. Seuchenartige Ausbrüche von Infektionskrankheiten können nur dann wirkungsvoll verhindert werden, wenn ein möglichst hoher Prozentsatz der Bevölkerung geimpft ist. Um dieses Ziel zu erreichen, sind je nach Krankheit und Wirksamkeit des Impfstoffs Durchimpfungsraten von ca. 90% erforderlich. Näheres zur Berechnung dieser Durchimpfungsraten siehe Epidemiologie: Reproduktionsrate, Mathematische Modellierung der Epidemiologie. Eine Impfpflicht besteht in Deutschland nicht.

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sind in Deutschland Grundlage für die Festlegung der „öffentlich empfohlenen Impfungen“. Letztere werden durch die Gesundheitsbehörden der Bundesländer definitiv festgelegt. Falls durch eine öffentlich empfohlene Impfung ein bleibender Schaden entsteht (dann Impfschaden genannt - im Gegensatz zur Impfreaktion und Impfkomplikation), besteht ein Anspruch auf Entschädigung durch das Versorgungsamt.


Impfplan für Erwachsene/Indikationsimpfung für Kinder,                                                                  Jugendliche und Erwachsene (STIKO)

Impfung gegen  Indikation  Grundimmunisierung  Anwendung
Auffrischungsimpfung 
Diphterie  zum Erhalt des Impfschutzes  Impfstoff für Erw. (5 IE=d), Komb. mit Tetanusimpfung  alle 10 Jahre 
FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)  bei Aufenthalt in FSME-gefährdeten Gebieten  Schnellimmunisierung, Tage: 0,7 und 21 Langzeitschema, Tage: 0,28 und ca. 300 (Kinderimpf-stoff: ab 18 Monate bis 12 J. gleiche Schemen)  alle 3 Jahre 
Hepatitis A  Hepatitis-A-gefährdeter Personenkreis  3 Injektionen, Tage: 0,28 und ca. 300  nach 5-10 Jahren 
Hepatitis B *  präexpositionell, Hepatitis-B-gefährdeter Personenkreis, postexpositionell,
Simultanimpfung als passive Immunisierung mit Hepatitis-B-Immunglobulin 
Hepatitis-B-Impfung nach den Vorschriften des Herstellers  nach Antikörpertiter-Kontrolle 
Influenza  alle Pers. über 60 Jahre, Personen mit chron. Grundkrankheiten, bestimmte Berufsgruppen  jährliche Impfung im Spätsommer/Herbst mit einem Impfstoff mit aktueller Antigenkombination   
Pneumokokken-
infektionen 
Personen mit chron. Grundkrankheiten  1 Injektion bei Kindern über 2 Jahren und Erw.; vor Vollendung des 2. Lebensj. nur in Ausnahmefällen  nach 5 Jahren 
Poliomyelitis  nach Grundimmunisieung und Wiederimpfung im 10. Lebensj., alle 10 Jahre  nach vollständiger Immunisierung grundsätzlich
1 Impfschluck mit trivalentem Impfstoff 
alle 10 Jahre 
Röteln  nichtschwangere Frauen im gebärfähigem Alter ohne Rötelnantikörper  nach der Impfung ist eine Konzeptionsverhütung für 2 Zyklen notwendig; Wochenbettimpfung; Impferfolgskontrolle erforderlich   
Tetanus  alle Personen 10 Jahre nach der letzten Tetanusimpfung im Verletztungsfall (evtl. als Simultanimpfung mit passiver Immunisierung)  bei unvollständigem Impfschutz Simultanimpfung mit Immunglobulin
1. Auffrischung nach 4-6 Wochen
3. Impfung nach 6-12 Monaten 
alle 10 Jahre                                                     (falls keine Verletzung vorliegt) 
Tollwut  präexpositionell bei Laboratoriumspersonal, Tierärzten, Jägern und ähnlichen Risikogruppen, postexpositionell  Dosierungsschema nach Angaben des Herstellers; ggf. gleichzeitige passive Immunisierung  alle 2-5 Jahre 
Tuberkulose  exponierte, tuberkulinnegative Personen einschließlich Neugeborene  BCG-Impfung (streng intracutan!)